Wenn bei Unwettern zahlreiche Einsätze gleichzeitig eingehen oder bei größeren Schadenslagen eine Vielzahl an Informationen koordiniert werden muss, kommt der Feuerwehr-Einsatz-Zentrale (FEZ) eine entscheidende Rolle zu. Um für solche besonderen Einsatzlagen bestens vorbereitet zu sein, haben acht Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Warburg erfolgreich die Ausbildung zum Einsatzsachbearbeiter (ESB) absolviert.

Die Ausbildung fand im Zeitraum vom 30. Mai bis zum 20. Juni statt und umfasste insgesamt vier Ausbildungstage mit 24 Unterrichtseinheiten. Ziel war es, die Teilnehmer auf die vielfältigen Aufgaben innerhalb der FEZ bei Sonderlagen vorzubereiten und ihre Fähigkeiten im Bereich der Führungsunterstützung weiter auszubauen.

Auf dem Ausbildungsplan standen unter anderem das Zusammenwirken mit der Leitstelle für Feuerschutz und Rettungsdienst, die rechtssichere Einsatzdokumentation sowie die Arbeit mit der Einsatzführungssoftware Cobra 4. Darüber hinaus beschäftigten sich die Teilnehmer intensiv mit der Bewertung und Bearbeitung von Einsatzlagen sowie der Analyse bestehender Abläufe, um mögliche Verbesserungen für zukünftige Einsätze zu entwickeln.

Den Schwerpunkt der Ausbildung bildeten praxisnahe Übungen. Anhand realistischer Einsatzszenarien trainierten die Teilnehmer die Arbeit unter Einsatzbedingungen. Hierzu gehörten unter anderem Flächenlagen infolge von Unwetterereignissen mit einer hohen Anzahl gleichzeitig eingehender Einsatzmeldungen sowie die Unterstützung bei Punktlagen, beispielsweise im Rahmen eines Massenanfalls von Verletzten (MANV). Dabei galt es, Informationen strukturiert aufzunehmen, zu dokumentieren, zu priorisieren und zielgerichtet an die Einsatzleitung sowie weitere Beteiligte weiterzugeben.

Die Ausbildung verdeutlichte eindrucksvoll die Bedeutung einer leistungsfähigen FEZ für die Bewältigung komplexer Einsatzlagen. Gut ausgebildete Einsatzsachbearbeiter sorgen dafür, dass Informationen schnell verarbeitet, Ressourcen koordiniert und Führungskräfte wirksam unterstützt werden können.

Mit dem erfolgreichen Abschluss des Lehrgangs ist die Hansestadt Warburg nach der Stadt Brakel die zweite Kommune im Kreis Höxter, die das Sonderlagenmodul aktiv eingeführt und einsatzbereit geschaltet hat. Damit wurde ein weiterer wichtiger Schritt zur Stärkung der Führungsfähigkeit bei Großschadenslagen und außergewöhnlichen Ereignissen im Kreisgebiet erreicht.

Ein besonderer Dank gilt den Ausbildern und Betreuern der Leitstelle Sven Schoers und Andre Muhr, die nicht nur die Ausbildung durchgeführt haben, sondern auch maßgeblich an der Entwicklung und Ausarbeitung des Konzepts für das Sonderlagenmodul beteiligt waren. Ihr Fachwissen und ihre Erfahrung haben entscheidend zum Erfolg der Ausbildung beigetragen.

Ebenso bedanken wir uns herzlich bei Manuel Prohn für seine Unterstützung. Als IT-Leitstellen-Mitarbeiter begleitete er die Ausbildung fachlich und stand den Teilnehmern insbesondere bei technischen und systembezogenen Fragestellungen mit Rat und Tat zur Seite.

Ein herzlicher Dank gilt darüber hinaus allen Teilnehmern für ihr Engagement und die motivierte Mitarbeit. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung verfügt die Freiwillige Feuerwehr Warburg über weiteres qualifiziertes Personal, um auch zukünftige Sonderlagen professionell und effektiv bewältigen zu können.

Bereits am 31.05. wurde das Warburger Stadtgebiet von einem Unwetter getroffen, hier konnte das Sonderlagenmodul bereits effektiv in den Einsatz gebracht werden. Feedback vom Leiter der Feuerwehr, Jürgen Rabbe: „Im Vergleich zu früheren Lagen, ist das Sonderlagenmodul eine deutliche Unterstützung und erleichtert uns die Arbeit wesentlich. Darüber hinaus wird auch die Leitstelle entlastet und kann sich somit stärker auf zeitkritische Einsätze konzentrieren.“

Am Lehrgang teilgenommen haben:

Christian Moors (LG Menne), Frank Bellmann (LG Nörde), Anita Friesen (LG Ossendorf), Andreas Floren (LZ Warburg), Adrian Kriwet, Malte Fieseler (beide LZ West), Jürgen Rabbe, Christoph Fuest (beide Leitung der Feuerwehr)