Gemeinsam üben. Gemeinsam wachsen. Gemeinsam für Warburg.
Rund 70 Feuerwehrkräfte, fünf realitätsnahe Einsatzlagen, vier Ausbildungsstationen und ein gemeinsames Ziel: Im Ernstfall müssen wir uns aufeinander verlassen können.
Am 5. September 2026 wurde es für die Feuerwehr Warburg ernst – zumindest bei den Übungen.
Beim diesjährigen stadtweiten Übungssamstag kamen rund 70 Einsatzkräfte zusammen, um gemeinsam zu trainieren, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit über die Grenzen der eigenen Einheit hinaus zu stärken.
Unterstützt wurde der Ausbildungstag von zahlreichen Übungsbeobachtern und -betreuern. Auch die DLRG war beteiligt und übernahm die Führung des Bereitstellungsraumes.
70 Einsatzkräfte. Ein Ausbildungstag. Viele Herausforderungen.
Der Übungssamstag war bewusst so aufgebaut, dass sich Ausbildung und Einsatzpraxis miteinander verbinden.
Am Vormittag standen zunächst vier Ausbildungsstationen auf dem Programm. Am Nachmittag wurde das Erlernte anschließend in unterschiedlichen Einsatzlagen angewendet.
Das Ziel: Nicht einfach nur „Übung machen“, sondern Wissen auffrischen, Handlungssicherheit gewinnen und vor allem das Zusammenspiel mehrerer Einheiten trainieren.
Die vier Stationen am Vormittag
📻 Funk
Wie funktioniert das Funkkonzept der Feuerwehr Warburg? Wie wechselt man selbstständig die Rufgruppe? Und wie kommunizieren wir auch dann klar und strukturiert, wenn mehrere Einheiten gleichzeitig im Einsatz sind?
🔥 Wärmebildkamera
Wärmebildkameras gehören mittlerweile zur Standardausstattung aller Löschfahrzeuge der Feuerwehr Warburg. An der Station wurde der richtige Umgang mit der Technik trainiert – einschließlich Interpretation der Bilder und der Kenntnis ihrer Einsatzgrenzen.
🚑 Unterstützung des Rettungsdienstes
Wie kann die Feuerwehr den Rettungsdienst sinnvoll unterstützen? Anhand praktischer Beispiele wurden Möglichkeiten kennengelernt, mit denen Feuerwehrangehörige auch als Laien effektiv unterstützen können.
🫧 Schnelle Wasserabgabe mit Schaum
Zum Abschluss wurde es praktisch: Die Teilnehmer trainierten die schnelle Wasserabgabe mit Schaummittel und die Erzeugung eines Schaumteppichs.
Die vier Stationen waren jeweils auf rund 45 Minuten ausgelegt und ermöglichten so einen abwechslungsreichen Einstieg in den Übungstag.
Danach wurde es realistisch
Nach der Stationsausbildung wechselte die Feuerwehr vom Ausbildungsplatz in die Einsatzlagen.
Die Übungsszenarien waren bewusst unterschiedlich gewählt. Brandeinsatz, technische Hilfeleistung, Personensuche und eine mögliche ABC-Lage sorgten dafür, dass sich die Einsatzkräfte immer wieder auf neue Situationen einstellen mussten.
🔥 „Alte Zuckerfabrik“ – Menschenrettung bei Brandeinsatz
Eine unklare Rauchentwicklung in einem Wohngebäude entwickelte sich zu einem Brandeinsatz.
Im Mittelpunkt standen die Menschenrettung, der Einsatz der Wärmebildkamera und der Fensterimpuls.
Durch den Einsatz von Pyrotechnik wurde die Situation möglichst realitätsnah dargestellt – für die eingesetzten Kräfte eine zusätzliche Herausforderung.
🔎 „Waldbad“ – Suche unter erschwerten Bedingungen
Eine vermisste Person, ein abgedunkelter Keller und keine Kommunikation mit der eingesetzten Gruppe im Inneren: Im Szenario „Waldbad“ war vor allem systematisches Vorgehen gefragt.
Die Einsatzkräfte mussten ihre Suchtechniken mit der Wärmebildkamera anwenden und sich in einer ungewöhnlichen und anspruchsvollen Umgebung orientieren.
🚗 „Wormeln“ – Verkehrsunfall mit Überraschung
Bei einem simulierten Verkehrsunfall standen zunächst die Absicherung und Erkundung der Einsatzstelle im Mittelpunkt.
Doch die Lage hatte mehr zu bieten: Ein PKW brannte im Motorraum, gleichzeitig waren Personen nicht unmittelbar im Bereich des Fahrzeuges aufzufinden.
Damit mussten die Einsatzkräfte mehrere Aufgaben parallel bewältigen – genau so, wie es auch bei einem realen Einsatz erforderlich sein kann.
☣️ „Stadthalle / Schützenplatz“ – Wenn aus einer technischen Hilfeleistung eine ABC-Lage wird
Eine Person war mit dem Fuß unter einem IBC-Behälter eingeklemmt. Gleichzeitig trat Flüssigkeit aus dem Behälter aus.
Damit wurde aus der vermeintlichen technischen Hilfeleistung schnell eine Situation, in der die Einsatzkräfte zunächst die mögliche ABC-Gefahr erkennen und bewerten mussten.
Menschenrettung und Gefahrenabwehr mussten dabei miteinander in Einklang gebracht werden.
🏠 „Keller Feuerwehrhaus“ – Nicht jedes Alarmstichwort erzählt die ganze Geschichte
Eine weitere Übung zeigte, wie schnell sich die Lageeinschätzung verändern kann.
Ausgehend von einem zunächst vergleichsweise unscheinbaren Alarmierungsstichwort mussten die Einsatzkräfte erkennen, dass die tatsächliche Situation deutlich umfangreicher war.
Alarmstichwort erhöhen, Lage richtig erkennen, unter Atemschutz vorgehen und zwei Personen retten: Hier war vor allem die Fähigkeit gefragt, die eigene Einschätzung laufend an die tatsächliche Lage anzupassen.
Üben heißt auch: Feedback bekommen
Nach jeder Übung wurde nicht einfach abgerückt und die nächste Lage angefahren.
Übungsbeobachter begleiteten die Szenarien und gaben den Einsatzkräften anschließend Rückmeldung.
Denn genau darin liegt der besondere Wert einer Übung:
Was hat funktioniert?
Wo gab es Schwierigkeiten?
Was nehmen wir für den nächsten Einsatz mit?
Die Teilnehmerbefragung zeigt, dass insbesondere die realistischen Übungssituationen, die abwechslungsreichen Szenarien, die Stationsausbildung und das direkte Feedback sehr gut angekommen sind. Auch die Pyrotechnik wurde mehrfach positiv hervorgehoben.
⭐ 5,5 von 7 Punkten
So gut wurde der Übungssamstag von den Teilnehmern bewertet.
Auf einer Skala von **1 („absolut gar nicht“) bis 7 („hätte nicht besser sein können“) erreichte der Übungssamstag einen Durchschnitt von:
5,5 / 7
Zum Vergleich:
Übungssamstag 2024 → 5,3 / 7
Übungssamstag 2026 → 5,5 / 7
Damit fällt die Bewertung in diesem Jahr nochmals positiver aus.
Nicht alles war perfekt – und genau das ist wichtig
Eine gute Nachbereitung besteht nicht nur aus Lob.
Die Teilnehmer gaben auch konkrete Hinweise für die Zukunft. Genannt wurden unter anderem Verbesserungsmöglichkeiten bei der Kommunikation und Abstimmung, bei der Darstellung einzelner Übungslagen, bei Informationen zu Einsatzorten und Funkrufgruppen sowie bei der zeitlichen Organisation.
Auch mehr Zeit für einzelne Realübungen und eine Optimierung der Verpflegung wurden angesprochen.
Diese Rückmeldungen werden in die weitere Planung einfließen.
Denn der Anspruch ist nicht, beim nächsten Mal alles genauso zu machen.
Der Anspruch ist, beim nächsten Mal noch besser zu sein.
🤝 Feuerwehr ist TeamarbeitEin solcher Ausbildungstag funktioniert nur, wenn viele Menschen zusammenarbeiten.
Von der Planung der Szenarien über die Stationsausbildung und Einsatzplanung bis hin zur Betreuung, Beobachtung und Organisation im Hintergrund waren zahlreiche Feuerwehrangehörige beteiligt.
Ein besonderer Dank gilt daher allen Ausbildern, Übungsplanern, Übungsbeobachtern und Betreuern sowie allen Einheiten, die diesen Tag mit Leben gefüllt haben.
Ebenso bedanken wir uns bei der DLRG, die den Bereitstellungsraum geführt und damit einen wichtigen Beitrag zum reibungslosen Ablauf geleistet hat.
Und natürlich bei allen rund 70 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern, die ihren Samstag für Ausbildung und Kameradschaft investiert haben.
Für den Ernstfall
Ein Übungssamstag ist mehr als ein gemeinsamer Ausbildungstag.
Wir trainieren, damit Handgriffe sitzen.
Wir üben Kommunikation, damit Informationen ankommen.
Wir schaffen realistische Situationen, damit Entscheidungen auch unter Druck funktionieren.
Und wir lernen uns gegenseitig besser kennen.
Denn wenn es wirklich darauf ankommt, zählt nicht, welche Einheit zuerst am Feuerwehrhaus steht.
Dann zählt, dass wir als Feuerwehr Warburg gemeinsam funktionieren.
Wir üben für den Ernstfall.
Wir lernen voneinander.
Wir sind füreinander da.
Feuerwehr Warburg – gemeinsam für Warburg.












